Pädogischer Ansatz und pädagogische Orientierung: teiloffene Arbeit mit Stammgruppen

Bereits seit einigen  Jahren haben wir gute Erfahrungen mit gruppenübergreifenden Spielzeiten und Aktionen gemacht. Durch die veränderte Gesetzgebung, längere und flexiblere Buchungszeiten, aber auch durch die unterschiedlichsten Bedürfnisse der Kinder haben wir in einem 3-jährigem Prozess mit Teamfortbildungen, Teamsupervisionen, Elternabenden und Hospitationen des Elternbeirates unseren Weg zum Konzept der teiloffenen Arbeit erarbeitet. Er ermöglicht den Kindern und Teammitgliedern ein hohes Maß an Eigenständigkeit und Mitbestimmung.

Jedes Kind hat seinen festen Platz in einer Stammgruppe. Dort feiert es seinen Geburtstag und trifft sich täglich zum Morgenkreis bzw. Mittagskreis. Die Kinder haben über die Stammgruppe hinaus vielfältige räumliche Möglichkeiten, ihre Bedürfnisse interessengeleitet und in der Gemeinschaft auszuleben. Nach dem Morgenkreis kommt es zu einer Öffnung der Gruppenräume. Die Stammgruppe bleibt als Bezugsort erhalten und als sicherer Ausgangspunkt für die Entdeckung der Umgebung und des kindlichen Fähigkeiten.

Worauf es uns angekommt ist, dass die Kinder:

  • gerne unseren Kindergarten besuchen
  • Gemeinschaft als Bereicherung erfahren und Freunde finden
  • durch Erfahrungen und Angebote lernen

Wofür wir uns stark machen, ist:

  • die Kinder in ihrer Persönlichkeit zu achten
  • die Bedürfnisse der Kinder zu erkennen und zu berücksichtigen
  • altersgerechte Beschäftigungen anzubieten
  • die Kinder vor Überforderung zu schützen
  • Familien anderer Kulturen wertzuschätzen
  • Einzel- und Gruppenbedürfnisse in Einklang zu bringen
  • körperliche Fitness zu stärken
  • Seelenproviant anzubieten, indem wir zuhören, loben, bestärken, gemeinsam lachen, trösten, entspannen, kuscheln, singen, ermutigen

 

Bedeutung der Gruppe

Nach wie vor halten wir die Stammgruppen für wichtig. Diese bilden vom Kindergarteneintritt bis zum Übergang in die Schule einen Anker der Zugehörigkeit für Kinder und Eltern.

Unsere Stammgruppen im Überblick:

  • orange Gruppe / Plätze für 25 Kinder / Rollenspielraum/ Frühdienstgruppe 7.00 - 7.30 Uhr
  • grüne Gruppe / Plätze für 25 Kinder / Bauraum
  • gelbe Gruppe / Plätze für 25 Kinder / Entdeckerraum

Gleich einem sicheren Hafen können Kinder allmählich in offene und gruppenübergreifende Tageszeiten hineinwachsen. Gerade jüngeren Kindern gibt die Stammgruppe mit den Bezugsfachkräften Verlässlichkeit und Halt. So beginnt der Tag routiniert und regelmäßig mit dem Morgenkreis, ein Ritual, das Kinder und Erwachsene gemeinsam in den Tag finden lässt. Die Vormittagszeit wird in der Stammgruppe beendet.

Die Erfahrung zeigt jedoch auch, dass eine Stammgruppe mit 25 Kindern gruppendynamisch sehr groß ist. Die Kinder finden schnell in Kleingruppen zusammen, bevorzugt mit Kindern gleicher Altersstufen. Meist spielen 2-6 Kinder in eine Spielbereich. Aus diesen Konstellationen entwickeln sich allmählich Feundschaften. Deshalb sind offene Angebote und frei Wahl wichtig.

Gezielte Angebote in den Funktionsräumen finden in Kleingruppen mit 6-8 Kindern statt, die angeleitete Turnstunde mit einer Anzahl von etwa 12 Kindern.

In unserer teiloffenen Arbeit erleben sich die Kinder bedingt durch die vielfältigen Bedürfnisse, Angebots- und Lernformen in verschiedenen Gruppenformen.

  • Stammgruppe (mit je bis zu 25 Kindern)
  • Kleingruppe altersgemischt (Jüngere, Mittlere, Ältere miteinander)
  • Kleingruppe altersdifferenziert (Kinder einer Altersspanne)
  • Vorschulkinder (alle Kinder, die bis zum Stichtag 30.09 eines Kalenderjahres 6 Jahre alt sind)
  • Mittagsgruppe 1 (etwa 25 Kinder aus allen Gruppen altersgemischt)
  • Mittagsgruppe 2 (etwa 25 Kinder aus allen Gruppen altersgemischt)
  • Schlafenskindergruppe (alle Kinder die Mittagsschlaf halten)
  • Vorkursgruppe (Kinder, die am Vorkurs Deutsch teilnehmen)
  • Lauschergruppe (Kinder, die am Kurs Hören-Lauschen-Lernen teilnehmen)
  • Nachmittagsgruppe (Kinder, die nach 14 Uhr bis zur Abholung im Kindergarten sind)

Im Verlauf des Kindergartentages durchleben die Kinder die unterschiedlichsten Rollen, in die sie immer besser hineinwachsen, durch die sie Anpassung und Flexibilität lernen und die sie zunehmender selbstsicher werden lassen. Auf diese Weise treffen die Kinder im Tagesablauf auch auf mehr oder weniger Fachkräfte mit ihren verschiedenen Charakteren und Facetten, sodass sie bevorzugte Beziehungen wählen und von unterschiedlichen Vorbildern lernen können.